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=== Eisengallustinte === Perser, Meder, Assyrer und Hebräer schrieben auf ungegerbte Häute mit Tusche aus Ruß und Öl, die leicht abreib- oder abwaschbar war; etwa seit dem 4. Jahrhundert wurde Eisengallustinte, eine aus Eisen(II)-sulfat, Galläpfeln, Wasser und Gummi arabicum hergestellte Tinte, als dokumentenechte schwarze Tinte zum Schreiben auf Pergament und später Papier gebräuchlich.
Quellen: de.wikipedia.org
=== Heilmittel === Eisensulfat findet sich in der Rezeptur bekannter Heilmittel des Mittelalters wie beispielsweise des Theriaks, das aus über 60 Bestandteilen (pflanzliche Auszüge, Opium, Gewürze, Schlangenfleisch und andere) bestand.
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== Sicherheitshinweise == Eisen(II)-sulfat wirkt bei Kontakt akut reizend bis ätzend auf Haut und die Schleimhäute. Das Sulfat kann sowohl über Hautkontakt als auch oral und über die Atemwege resorbiert werden. Eine orale Aufnahme relevanter Mengen über etwa 20 mg/kg Körpergewicht kann akut zu einer Schädigung des Magen-Darm-Trakts, der Leber und des Herz-Kreislaufsystems führen. Bei hohen Dosen ab 180–300 mg/kg sind Azidosen mit Todesfolge möglich. Bei chronischer Exposition kann eine Akkumulation mit Gewebeschädigungen an inneren Organen auftreten. Bei Kindern führte eine orale Aufnahme von 390 mg/kg (1964) zu Appetitlosigkeit und Schläfrigkeit mit Todesfolge (LDLo); in einem Vergiftungsfall von 1982 wurde eine orale LDLo von 699 mg/kg ermittelt. Für Tiere liegen die oralen LD50-Werte bei 319 mg/kg (Ratte), 600 mg/kg (Hund) und 680 mg Eisensulfat pro kg Körpergewicht (Maus). Ab 400 °C zersetzt sich Eisen(II)-sulfat unter Entstehung teilweise toxischer Produkte wie Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid.
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Im Labor und in der Synthesechemie ist es ein wichtiger Ausgangsstoff zur Herstellung von weiteren Eisenverbindungen. Zur Entschwefelung: Bei langen Abwasserkanalstrecken und Abwasserdruckleitungen kommt es in den wärmeren Jahreszeiten immer wieder zu Geruchsproblemen. Ursache ist die Bildung von Schwefelwasserstoff. Die Bildung von Schwefelwasserstoff kann mit Eisen(II)-sulfat verhindert werden. Biogasanlagen haben ebenfalls mit der Bildung von Schwefelwasserstoff zu kämpfen. Hier wird Eisen(II)-sulfat zur Biogasentschwefelung eingesetzt. Es wird auch zur Kohleentschwefelung eingesetzt. Es wird zur Rauchgasentschwefelung eingesetzt. In der analytischen Chemie werden Nitrate und Nitrite mit Eisensulfatlösung qualitativ nachgewiesen und zwar durch die so genannte Ringprobe, beim Unterschichten der eisensulfathaltigen Probelösung mit konzentrierter Schwefelsäure bildet sich an der Grenzfläche ein brauner Ring von Eisennitrososulfat. Die quantitative Titration mit Eisensulfat-Maßlösung wird wegen der Instabilität der Lösung bezüglich der Oxidation durch Luftsauerstoff nur selten angewendet. Weiterhin kann durch Titration der Chromgehalt einer Lösung bestimmt werden. Als Neutralisator: Bei der Abwasserreinigung dient es als Fäll- und Flockungsmittel. Besonders große Kläranlagen verwenden häufig Eisen(II)-sulfat zur Phosphatelimination. Das liegt daran, dass die Aufbereitung einer dosierfähigen Eisen(II)-sulfat-Lösung einen aufwendigen Lösebunker benötigt.
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Kleinere Kläranlagen verwenden normalerweise bereits industriell hergestellte zwei- oder dreiwertige Lösungen, die aus einem Lagertank heraus dosiert werden können. Für die Herstellung der dreiwertigen Eisen(III)-chloridsulfat-Lösung dient als Rohstoff Eisen(II)-sulfat. In der Bauwirtschaft wird es bei Bedarf chromathaltigem Zement zur Reduktion des CrVI zu CrIII zugesetzt als Chromatreduzierer. Zum Schutz von Holz vor Bemoosung und Verpilzung im Außenbereich. Als Eisen- und Schwefelquelle: Im Düngemittelbereich wird getrocknetes Eisen(II)-sulfat dem Rasendünger beigemischt. Dies führt zur Bekämpfung von Moosen und Nacktschnecken. Auch Verwendung als Schutz von Holz vor Moos- und Pilzbildung im Außenbereich (mit Vergrauung des Holzes als Nebenwirkung). Zur Bekämpfung der Chlorose im Weinbau. Als Farbmittel: Früher wurde mit einem Gallapfelsud, (welcher Gallussäure enthält) unter Zugabe von Eisensulfat schwarze Eisengallustinte hergestellt. Diese verursacht auf lange Sicht jedoch Tintenfraß in den Pergamenten, da das Eisensulfat bei der Verwitterung Schwefelsäure freisetzt. Als Dünger: In der Landwirtschaft. Als Arzneistoff: Heutzutage wird Eisen(II)-sulfat als hochwirksames blutbildendes Mittel in Form von Filmtabletten eingesetzt.
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Eisen-III-hydroxid-Polymaltose-Komplex (kurz auch Eisenpolymaltose) ist ein makromolekularer Komplex, bestehend aus einem Kern aus Eisen(III)-hydroxid (dreiwertiges Eisen, Fe3+) umhüllt von Dextrin (Polymaltose). Der Eisenkomplex wird als Arzneistoff angewendet zur oralen Behandlung des Eisenmangels ohne Anämie (latenter Eisenmangel) oder mit Anämie (manifester Eisenmangel, Eisenmangelanämie). Vor der Anwendung sollte der Eisenmangel diagnostisch und labortechnisch gesichert sein (z. B. tiefes Ferritin, tiefe Transferrin-Sättigung). Eine Variante des Eisen(III)-hydroxid-Polymaltose-Komplexes wird als Eisencarboxymaltose in der intravenösen Behandlung von Eisenmangel eingesetzt. Das Arzneimittel ist seit 1978 auf dem Markt und in über 85 Ländern zugelassen.
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=== Wirkungsweise === Der Wirkstoff wird im Dünndarm, vorwiegend im Zwölffingerdarm und im Leerdarm, aufgenommen. Die Absorption erfolgt über einen kontrollierten, aktiven Mechanismus. Es findet keine passive Diffusion statt, was gewährleistet, dass praktisch kein nicht an Transferrin gebundenes Eisen in das Blut gelangt. Das aufgenommene Eisen wird vorwiegend in der Leber als Ferritin (Speichereisen) gespeichert und von dort dem Körper für verschiedenen Funktionen, hauptsächlich zum Einbau in Hämoglobin in den roten Blutkörperchen, zur Verfügung gestellt, wo es dem Transport von Sauerstoff im Blut dient. Die Aufnahme in die Erythrozyten des über Eisenpolymaltose-Komplex oral zugeführten Eisens korreliert mit der Resorption im Darm, wobei die relative Resorption mit zunehmender Dosierung abnimmt, und je höher ausfällt, je ausgeprägter der Eisenmangel ist. Wie bei allen oralen Eisenpräparaten wird nur ca. 10–15 % des Eisens resorbiert. Eine Dosis von 100 mg Eisen ist also notwendig, damit 10 mg aufgenommen werden.
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